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Verschieben Weisheitszähne wirklich die Schneidezähne?

Verschieben Weisheitszähne wirklich die Schneidezne? Dass im Laufe des Lebens Engstände im Frontzahnbereich entstehen, ist ein natürlicher Prozess, der vor allem durch das späte Kieferwachstum und normale Muskelkräfte ausgelöst wird. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen deutlich, dass Weisheitszähne nicht die Hauptursache dafür sind – solche Engstände treten nämlich genauso bei Personen auf, die von Natur aus […]

Verschieben Weisheitszähne wirklich die Schneidezne?

Dass im Laufe des Lebens Engstände im Frontzahnbereich entstehen, ist ein natürlicher Prozess, der vor allem durch das späte Kieferwachstum und normale Muskelkräfte ausgelöst wird. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen deutlich, dass Weisheitszähne nicht die Hauptursache dafür sind – solche Engstände treten nämlich genauso bei Personen auf, die von Natur aus gar keine Weisheitszähne besitzen. Ein routinemässiges Ziehen gesunder Zähne als reine Vorsichtsmassnahme, um einen Engstand zu verhindern, ist daher wissenschaftlich nicht begründet.

Eine Entfernung ist jedoch dann sinnvoll und notwendig, wenn konkrete medizinische Probleme vorliegen. Dazu gehören wiederkehrende Entzündungen des Zahnfleisches, Karies, Zysten oder schräg liegende Weisheitszähne, die den davorliegenden Nachbarzahn gefährden. Solange ein Zahn gesund und beschwerdefrei ist und gut gereinigt werden kann, darf er in der Regel problemlos im Kiefer verbleiben.

Besteht der Verdacht oder die Unsicherheit, dass eine Entfernung der Weisheitszähne notwendig sein könnte, sollte stets der eigene Hauszahnarzt konsultiert werden. Dieser kann die Situation individuell beurteilen – meist genügt dafür bereits ein einfaches Übersichtsröntgenbild (Panoramabild). Um das Gebiss nach einer kieferorthopädischen Behandlung langfristig stabil zu halten, ist nicht das Ziehen der Weisheitszähne entscheidend, sondern das verlässliche Tragen eines Retainers.

Quelle: Ludwig B.: Third Molars & Crowding — time to kill an old myth?